Eigentlich freut man sich als Familie ja auf das Wochenende, auf Ferien. Freie Zeit zur Verfügung zu haben ist köstlich, man kann gemeinsam etwas unternehmen und auch einfach mal gar nichts machen.
Das war früher meine Vorstellung wie das so ist mit Kindern.
Doch mit meinem autistischen Kind sind so viele Vorstellungen zusammengeschrumpft auf ein Minimum an so ist das also...
Ich gebe es zu: am Wochenende mag ich keine Struktur. Da will ich nicht um 6:30 in der Küche stehen, Brote schmieren und dann nach und nach den Haushalt abarbeiten.
Da will ich auch mal n i c h t s tun. Mit den Kindern im Bett lesen. Gemütlich Brötchen holen beim Bäcker. Dann, wenn wir Lust drauf haben.
Den großen Jungen macht das nervös. Es ist unvorhersehbar, wann wir was tun. Das verstehe ich. Aber ich, wir nicht-Autisten brauchen doch auch einmal eine Pause von der Routine.
Diese Diskrepanz zwischen dem, was wir wollen und brauchen, führt dazu, dass die Wochenenden und die Ferien so ziemlich die anstrengendste Zeit sind überhaupt.
Montag morgens atme ich auf, wenn ich weiß, dass die Alltagsroutine wieder beginnt. Dann ist die Familienzeit zwar wirklich rar, aber der große Junge ist ein klein wenig ruhiger, weil er sich in das Schul- und Hausaufgabensystem einfügen darf. (zwar bin ich nicht vollends überzeugt von unserem Schulsystem, aber der große Junge braucht es wirklich)
Diese wahnsinnig anstrengenden Wochenenden nehmen mich vor allem so sehr mit, dass ich Auszeiten brauche. Auszeiten von der freien Zeit mit dem großen Jungen. Und da ist es wirklich einmal ein Vorteil, dass wir eine Patchworkfamilie sind und dass der große Junge noch einen Papa hat, zu dem er fahren darf (und Oma und Opa).
Und so schade es auch ist, das eigene Kind am Wochenende einmal nicht zu sehen- wir brauchen diese Auszeit. Wir- der Rest der Kernfamilie- braucht auch mal das herumlungern, das spontane Essen gehen, spontane Besuche, Spaziergänge, usw. All das, wozu wir ungeplant Lust haben.
Es ist klar- der große Junge fehlt immer. Aber manchmal, da brauche ich dieses Du fehlst mir-Gefühl, um mich auch wieder freuen zu können auf ihn.
Das Luft-holen-können zwischendurch ist auch ganz wichtig für dich, damit du ihm gerecht werden kannst. Denn du musst auch DIR gerecht werden.
AntwortenLöschenHerzlichen Gruß,
Frau Mena.
Ich bin zufällig auf deinen Blog gestossen und ich mag deine Art zu schreiben und von eurem Leben zu berichten! Du bist nun in meiner Leseliste :) Ich fände es super mehr über eure vegane Ernährung zu lesen und wie du das im Alltag umsetzt. Viel Kraft bei allen Herausforderungen, liebe Grüsse Julia
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