Der große Junge ist ein beliebtes Kind in der Schule. Er ist sehr begeisterungsfähig, hat viele Spielideen und er ist einfach so ein "Anführer-Typ", nicht zuletzt weil er sehr groß für sein Alter ist und er auch sehr selbstbewusst ist (meistens). In den Pausen hat er immer jemanden zum Spielen, und wenn er seine Ruhe haben möchte (was meistens der Fall ist), dann darf er sich zurückziehen.
Er mag es, dass er coole Sachen mit den Jungs machen kann, dass die Jungen auch gerne neben ihm sitzen und dass alle für einen gewissen Zeitraum Interesse an seinen Vorlieben zeigen (momentan das schon erwähnte Atomkraftwerk).
Doch außerhalb der Schule, da braucht er keine Freunde. Das fällt ihm gar nicht ein, dass Freundschaften gepflegt werden wollen. Als er Geburtstag hatte im Winter, da war ihm klar, dass es eine große Party gibt. Er wollte die ganze Klasse einladen. Und auch danach durften zwei seiner Freunde uns noch einmal besuchen.
Vor ein paar Wochen fragte ich ihn dann, ob sein Freund M. nicht mal wieder vorbei kommen solle. Er überlegte kurz und sagte dann "Wieso? Er war doch schon einmal hier!". Thema abgehakt.
Dennoch schiebe ich es von Zeit zu Zeit an, dass er sich mit seinen Freunden verabredet. Dann ist es auch okay für ihn und er freut sich. Besonders gut klappt es, wenn er zu seinen Freunden nach Hause geht zum Spielen. Auch die anderen Mütter haben ihn gerne da.
Sehr anstrengend ist es jedoch, wenn seine Freunde bei uns sind. Nicht wegen den anderen Kindern. Sondern weil es meinem großen Jungen dann doch zu viel ist. So, als würde ein Topf voll heißem Wasser überkochen.
Er übertreibt dann alles, ist noch lauter und wilder als sonst- so, als müsste er etwas beweisen. Es treten dann auch wirklich gefährliche Situationen ein, so dass ich als Mutter permanent als Aufseher agieren muss und das Ganze eigentlich nur klappt wenn die Geschwister anderweitig betreut sind. Ein recht großer Aufwand.
Ich weiß nicht genau, wieso das so ist. Vielleicht sind seine Schulfreunde plötzlich Eindringlinge in seiner Welt. Sie fassen seine Sachen an, besetzen die Stühle am Tisch und haben neue Spielideen.
Vielleicht mag er das in seinem Haus einfach nicht.
Dennoch, wir üben es. Denn es ist auch schön, ihn so zu sehen. Mit einem gleichaltrigen Jungen, der genau so albern ist. Und der ihn so nimmt wie er ist. Auch wenn das bedeutet, beim Pantomimespiel immer wieder die Waschmaschine zu erraten die mein großer Junger versucht darzustellen.
Das ist sicher ein tolles Gefühl für ihn und wenn ds mit den Freundschaften außer Haus besser klappt, dann ist es eben so. Wenn es bei anderen für ihn leichter ist und auch die anderen Mamas das okay finden, wieso nicht? Bei uns ist das auch so, das meine Kids eher mal auswärts spielen, als das sie Freunde mit herbringen, weil sie dann bei einem Einzelkind mal ganz anders agieren können wie zu Hause:-D
AntwortenLöschenLg
Sissy
Sissy