Montag, 22. September 2014

Wochenaufgabe: Selbstfürsorge

In der Klinik habe ich immer wieder Gespräche mit einer Psychotherapeutin. Diese Termine setzen wichtige Akzente für mich, geben Impulse zum Nach- und Umdenken.
Und da ich mich schwer tue, auf mich zu achten, Dinge nur für mich zu tun, formuliert die Therapeutin mir Wochenaufgaben.
Letzte Woche ging es darum, gelassen und entspannter zu sein. Stress rausnehmen, Verantwortung abgeben. Ein großes Thema für mich. Ich kann gar nicht anders, als für alles Verantwortung zu übernehmen. Und manches einmal nicht so wichtig zu nehmen (zu spät kommen zum Beispiel) ist eine wichtige Übung für mich.
Diese Woche geht es um Selbstfürsorge. Bei mir sitzt immer so ein kleiner Teufel auf der Schulter, der sagt "sei nicht so egoistisch,es dreht sich nicht alles um dich". Ich nehme es nicht ernst, für mich zu sorgen. Weil ich mich doch um so viel kümmern muss! Termine im Kalender, nur für mich? Das fühlt sich seltsam an.
Doch jetzt ist es ja meine Wochenaufgabe. Ich übe das. Ich gehe einen Abend in der Woche Tanzen, lasse Mann und Kinder allein. Und es funktioniert. Ich liebäugel sogar damit, mir noch ein Hobby zu suchen. Außer Haus, mit anderen.
Ich sage meinem Mann Bescheid, wann ich am Wochenende mal Zeit für mich brauche. Ich gucke mich an, versuche herauszufinden was mich ausmacht. Das ist schwer, ich halte meistens nicht so viel von mir, messe mich an anderen. An vorzeigbaren Leistungen, die ich nicht vorweisen kann.
Puh, da liegt viel Arbeit vor mir.

Was tut ihr zur Selbstfürsorge?

4 Kommentare:

  1. Huhu Du Liebe,
    ich kann Dich gut verstehen, ich war auch immer für alle da, hab mich gekümmert, versorgt, organisiert und eigentlich mache ich das auch sehr gerne ! Wenn da nicht so oft das Gefühl gewesen wäre, dass ich zu kurz kommen, mir zu wenig Zeit nehmen, mich mal zurück nehmen, mal andere machen lasse ! Ich bin wie Du krank geworden, über ein ganzes Jahr und auch danach war es nicht immer einfach und ich bin oft zurück gefallen in alte Muster. Die Krankheit und die nötige Hilfe (auch durch einen Arzt und Heilpraktiker) haben mir gezeigt, dass es so nicht dauerhaft weitergehen kann, ich musste und wollte wieder auf die Beine kommen ! In ganz kleinen (für mich riesigen) Schritten habe ich gelernt, mich SELBST wichtig zu nehmen, ohne meine Familie und meine Mitmenschen zu vergessen......Klar, auch die anderen mussten sich daran gewöhnen, das ich nicht immer da war, mal trommeln war, mal mit einer Freundin einen Kaffee trinken war, Kurse/Seminare besucht habe, letztendlich dann auch die Heilpraktiker Ausbildung angefangen habe. Es war an der ZEIT, Zeit etwas NUR für mich zu machen ! Klar, gab es auch Momente, da hab ich dann doch wieder was abgesagt oder hab mich einspannen lassen. Und auch heute noch muss ich immer gucken und gut abwägen, aaaaber.......ich habe gelernt auf mich selbst zu achten, mich wichtig zu nehmen....das wird, dauert nur seine Zeit ! Du bist auf dem Weg und das ist wunderschön ! Geh ihn weiter und ich glaube wohl (auch wenn ich Dich leider nicht persönlich kenne), dass Du ganz viele "vorzeigbare Leistungen" hast ! Du bist ein wunderbarer Mensch mit einer ganz tollen Familie, ganz bestimmt ! Auch wenn die Wege nicht leicht sind (auch mit Deinem Sohn, das berührt mich immer sehr, wenn Du darüber schreibst), Du stehst auf und läufst, veränderst, dazu gehört auch mal straucheln, hinfallen....aber vergiss nie, immer wieder aufzustehen ! Und schaue ruhig in den Spiegel, Du bist eine tolle Frau !
    Entschuldige, wenn der Kommentar vielleicht zu persönlich ist, aber es lag mir auf dem Herzen Dir etwas dazu zu schreiben !
    Alles Liebe wünsche ich Dir auf Deinem Weg und ich bin gespannt, ihn weiter zu verfolgen....
    Birgit

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    1. Entschuldige meine Schreibfehler, aber mir geht es heute leider auch nicht so gut, ich bin müde und sehr erschöpft. Ich muss halt auch immer wieder dran denken, mit meinen Kräften zu haushalten und mir Ruhezeiten zu nehmen. Es ist ein Weg........

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  2. Hallo Minza, ich musste es auch sehr mühsam und schmerzhaft lernen für mich selbst zu sorgen. Deshalb habe ich angefangen Akkordeon zu spielen. Einmal in der Woche Unterricht, eine halbe Stunde nur für mich - an den anderen Tagen mehr oder weniger Übzeit. Seit einem Jahr spiele ich in einem Orchester mit. Das ist dann mein freier Abend. Eintauchen in eine andere Welt - und die Erfahrung - es geht, mfühlt sich zwar immer wieder mal noch ungewohnt an, braucht auch Kämpferkraft, um den Abend für mich zu sichern, aber tut ohne Ende gut!
    Ich wünsche dir, dass du deinen ganz eigenen Freiraum findest! Alles wird gut!
    Liebe Grüße
    Birgitta

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  3. Hm, bei mir hat sich ja erst vor Kurzem das Leben umgekrempelt... Vom "egoistischen" Single-Leben zur Single-Mama. Ganz schön krasser Bruch. Und bei aller Freude geht es meinem ICH auch nicht so gut, muss ich feststellen. Ich sehe plötzlich total ausgemergelt aus, nehme immer weiter ab... bin immer wieder schockiert bei Fotos, wo ich gar nicht wie eine überglückliche Mama (die ich aber eigentlich bin!!) aussehe.
    Es ist halt schon hart, alleine mit dem Baby zu sein...und vor allem diese Wohnsituation bei den Eltern ist einerseits hilfreich aber dann auch wieder psychisch sehr, sehr belastend. Dazu dann Sorgen, wie ich Kind und mich in Zukunft ernähren soll (noch keine Lösung in Sicht).... das alles schlaucht die Seele einfach.
    Meine Mutter hat angeboten, dass sie das Menschlein nimmt, wenn ich z.B. Yoga machen möchte. Sie will das unterstützen, dass ich mal rausgehe. Hier in der Stadt gibt es auch einen Alleinerziehenden-Treff.
    Und ich merke immer mehr, dass ich wieder an mich denken muss und will, das ist sooo wichtig!
    Ich glaube, im ersten Jahr dreht sich tatsächlich alles sehr ums Baby... mein Sohn ist ja jetzt knapp 8 Monate alt... ich glaube, ein typisches Alter, wo Mütter registrieren, dass sie auch noch ein eigenes Leben haben. ;) Das Baby fängt an zu krabbeln und zu laufen und selbstständiger zu werden...
    Da macht es Sinn, dass die Mama auch wieder was Eigenes machen kann.
    Ich finde, wie Du, ja z.B. nähen ganz toll.... hoffe, das geht auch bald mal wieder. Ist hier schwierig, weil wir nur das eine Zimmer haben und da will ich keinen Krach machen wenn er schläft.
    Ansonsten ja, Musikinstrument find ich natürlich auch toll wie du weißt... komme ich auch derzeit gar nicht zu, obwohl es ja sogar mein Beruf ist.
    Dann würde ich gerne Lindy Hop lernen. Irgendwann ...
    Und Yoga. Da bin ich immer noch fasziniert von, hab aber den richtigen Einstieg irgendwie nie bekommen... ich war nie so weit, dass ich zuhause praktizieren konnte... das ist jetzt sehr schade.
    Vielleicht brauche ich auch mal so eine Therapie wie Du. Ich kenne das, dass man sich selbst immer nicht gut genug findet... besonders in meiner Situation jetzt... mir wird immer klarer, dass ich irgendwie NICHTS mehr bin in dieser Gesellschaft. Ohne Arbeit, ohne Wohnung. Schon eine krasse Erfahrung. Möchte ich nicht mehr sehr lange so haben, wenn's geht. Gleichzeitig will ich aber auch mein Kind nicht so früh abgeben. Zwickmühle.
    Mal sehen, wie das wird.
    Sorry, das floss jetzt gerade alles aus mir raus. Hoffe, ich hab Dich mit dem Wortschwall nicht genervt.
    ;) Wollte nur sagen, dass ich Dich sehr gut verstehen kann! :)

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